10 Assessment-Center-Tipps

Aus langjähriger Erfahrung in der Planung und Durchführung von Assessment-Centern, empfehlen wir Ihnen folgende 10 Tipps:

  1. Bereiten Sie sich und Ihre Zeitplanung so vor, dass Sie sich zu Beginn des Assessment Centers in einem kraftvollen, konzentrierten und möglichst entspannten Zustand versetzen. Dazu gehört eine frühzeitige Anreise mit ausreichend Zeitpuffer, möglicherweise eine Übernachtung Vorort und ein entspannter Vorabend ohne Alkohol, dafür vielleicht mit Sport, Sauna oder einem guten Buch.

  2. Vorbereitung ist die halbe Miete. Die Übungen werden nicht jedes Mal neu erfunden. Den kognitiven Teil der Tests, wie Allgemeinwissen, Mathematik, Zahlenreihen oder Fachthemen, können Sie sehr gut vorbereiten. Für alles andere haben Sie ja uns.

  3. Kleiden Sie sich entsprechend der Kleidungsempfehlung. Sollte Ihnen eine solche nicht vorliegen, bedeutet dies Business Outfit: Anzug mit Krawatte für den Herren und Kostüm für die Dame. Für die meisten Branchen sind gedeckte Farben zu empfehlen. Auffällige Accessoires, tiefe Ausschnitte und bunte Krawatten bleiben zwar im Gedächtnis der Beobachter, doch nicht immer mit einer positiven Konnotation. Natürlich erscheinen Sie ohne Begleitung - das wirkt unselbstständig.

  4. Oft beginnt die Beobachtung nicht erst bei Betreten des Seminarraums. Verhalten Sie sich entsprechend und seien Sie freundlich - aber nicht kumpelhaft - zu anderen Mitarbeitern des Unternehmens sowie anderen Kandidaten. Es kann vorkommen, dass die Empfangsdame oder die Assistentin zusätzlich befragt wird, die Sie in den Konferenzraum geführt hat. Das Gleiche gilt für die Pausen, das Mittagessen und Abendveranstaltungen. Achten Sie hier besonders auf Ihren Alkoholkonsum. Nach dem Stress des Tages wirkt ein Glas oft stärker, als sonst.

  5. Man kann viel über den Mythos Authentizität diskutieren und philosophieren. Sicherlich ist es weder im Job noch im Assessment-Center anzuraten, seine schlechte Laune authentisch zu kommunizieren. Auf der anderen Seite geht es aber darum, sich möglichst wenig zu verstellen und nicht zu schauspielern. Wenn Sie beispielsweise vorgeben, ein großes Interesse an Kennzahlen und deren Auswertung zu haben, weil Sie meinen, dass dies Ihre Chancen vergrößert, kann der Schuss nach hinten losgehen. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen den Kennzahlenjob, arbeiten aber viel lieber mit Menschen und Bildern. Das gleiche gilt für das Stichwort Teamfähigkeit. Sicherlich möchte niemand einen Kandidaten haben, der überhaupt nicht teamfähig ist. Es ist aber legitim zu sagen, dass man auch gern Teilprojekte allein vorbereitet, da man sich so besser konzentrieren kann.

  6. Treten Sie im Assessment Center nicht arrogant auf. Es gibt keinen Kontext, in dem das positiv ankommen würde. Das gilt gegenüber Personal, Beobachtern und anderen Teilnehmern. Sie sollten selbstbewusst auftreten im Sinne von Zielklarheit, dabei aber nie Charme, Freundlichkeit und Humor vergessen. Selbstbewusstsein setzt sich aus den Worten „Selbst“, „bewusst“ und „sein“ zusammen – nicht aus Lautstärke, Redeanteil und Arroganz.

  7. Äußern Sie sich von positiv bis maximal neutral über andere Teilnehmer. Diese schlecht zu machen bringt Ihnen keine Punkte ein, weder im AC, noch später im Job. Trennen Sie Person und Verhalten und formulieren Sie Sätze wie „Ich habe beobachtet, dass Herr X in der Situation Y etwas emotional reagiert hat.“ Durch Wertschätzung und Neutralität zeigen Sie Sozialkompetenz.

  8. Manche Aufgaben sind wirklich realitätsfern, veraltet und mit wenig Bezug zum Thema formuliert. An der Stelle ist Ihr offenes Feedback eindeutig Silber, besonders dann, wenn die Firma stolz auf das eigens kreierte AC ist. Schweigen Sie und behalten Sie die Chance auf die Goldmedaille, auch wenn es manchmal schwer fällt.

  9. Binden Sie bei Gruppenübungen ruhigere Teilnehmer mit ein, indem sie ihnen Fragen stellen. Es gewinnt nicht der mit dem größten Redeanteil, sondern derjenige, der die Gruppe ans Ziel bringt. Auch hier zählt Sozialkompetenz. Würdigen Sie also andere Beiträge, auch wenn Sie anderer Meinung sind.

  10. Wenn Sie am Morgen auf den Tag blicken, der vor Ihnen liegt und Sie etwas nervös werden, stellen Sie sich vor, es sei Abend und der Tag läge bereits hinter Ihnen. Worauf können Sie besonders stolz sein? Welche Ressourcen haben Sie in sich und was hat Ihnen dabei geholfen, dorthin zu kommen, wo Sie heute sind. Was würden Ihnen Ihr bester Freund oder Ihre Freundin raten? 


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